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Lehre Archiv:
   

Masterstudiengang Angewandte Ethik an der Karl-Franzens-Universität Graz

Seminar Nr. 107.701

link zur Uni-Graz

Fr. 19.4.2013, 17.00 - 20.15

Do. 6.6.2013, 17.00 - 20.15, Fr. 7.6.2013, 15.15 - 18.30, Sa.8.6.2013, 15.15-18.30,

Do. 13.6.2013, 17.00 - 20.15, Di. 14.6.2013, 15.15 - 18.30, Mi. 15.6.2013, 15.15-18.30

Seminar Nr. 107701

Sommersemester 2012

Diversity und Wertemanagement. Aktuelle Konzepte der Unternehmensethik

Finanz- und Wirtschaftskrise haben einmal mehr die Frage nach der ethischen Verantwortlichkeit von Unternehmen und nach der Beziehung zwischen Ethik, Ökonomie und Politik in den Vordergrund gerückt. Die Reputation und Glaubwürdigkeit ganzer Branche oder gar der Wirtschaft insgesamt scheinen auf dem Spiel zu stehen (Legitimation unternehmerischen und marktwirtschaftlichen Handelns).
Die Einsicht, dass eine gute Wirtschafts- und Unternehmenspraxis auf der Basis moralischer Werte und Ansprüche ruhen muss, ist nicht neu. Große Unternehmerpersönlichkeiten haben stets gewusst, dass ihre Firmen auch eine soziale und moralische Verantwortung wahrzunehmen haben. Die Tugend der einzelnen Person, ihre moralische Überzeugungen und Werte sind entscheidende Pfeiler eines gelingenden Wertemanagements, aber nicht die einzigen und vor allem – sie reichen heute nicht mehr aus. Die Globalisierung der Märkte bringt es mit sich, dass ohne die Stützung durch institutionelle Maßnahmen wie Werte- oder Ethikmanagementsysteme, die auf die Schnittstelle zwischen Individuum und Organisation abzielen, der Einzelne mit seiner individuellen Moral sehr schnell an Grenzen der Überforderung und Nicht-Realisierbarkeit gerät.
In der Lehrveranstaltung befassen wir uns mit den drei Bereichen der Unternehmensethik im weiten Sinn: der Ebene des Umsystems, d.h. den Rahmenbedingungen bis hin zu allgemeinen Richtlinien und Standards wie den Menschenrechten (Global Compact) und Anti-Diskriminierungsgesetzen (Diversity-Ansatz), der  Ebene des Unternehmens (Wertemanagement, Corporate Governance, Corporate Citizenship und Diversity-Management) sowie der personalen Ebene (Führungs- und Mitarbeiter-Ethik, Whistle-Blowing, Diversity-Training und Wertecoaching). Nach einer allgemeinen Einführung in die Ethik werden die drei großen  Wirtschafts- und Unternehmensethiken im deutschsprachigen Raum – Ethik mit ökonomischer Methode (Karl Homann), integrative Wirtschaftsethik (Peter Ulrich) und Ethik der Governance (Josef Wieland) – einander gegenübergestellt. Das  Wertemanagement-System von Josef Wieland berücksichtigt beide Ansätze: die Problematik der Ausbeutbarkeit moralischer Vor- und Mehrleistungen einzelner Akteure unter marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen (Karl Homann) sowie die Verpflichtung der republikanisch gesinnten Unternehmen (Peter Ulrich) sich als „gute Bürger“ (Corporate Citizens) um die legitimen Ansprüche aller Beteiligten zu bemühen (Stakeholder-Dialog). Sein Imperativ lautet: „Handle so, dass Du die Aktivierung moralischer Güter förderst und gleichzeitig nicht schutzlos wirst gegen Opportunismus.“  Veränderte Rahmenbedingungen (Schwächung des Nationalstaates, Rückzug des Staates, fehlende bzw. niedrige rechtliche Standards im globalen Bereich) führen dazu, dass Unternehmen in zunehmendem Maße dazu gezwungen sind, sich selbst Regeln aufzuerlegen (Unternehmensethik als Selbstbindung) und sich um öffentliche Angelegenheiten zu kümmern (Public Affairs-Management).
Zudem zeigt sich, dass es sich beim Wertemanagement nicht nur um die Neuauflage klassischer unternehmerischer Verantwortung (Corporate Social Responsability) handelt, sondern auch um die Umsetzung oder um die „Nachholung“, wie Peter Ulrich es nennt, gesellschaftlicher Werte wie z.B. wechselseitiger Anerkennung, Geschlechtergerechtigkeit, Offenheit, Transparenz, Partizipation, Anerkennung von Differenzen und Vielfalt (Diversity). Neu ist auch, dass diese Werte nicht mehr als Widerspruch (Markt versus Moral) sondern als Potential, als Ressourcen angesehen werden, die wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Diversity Management kann nicht nur neue Märkte entlang den Diverstiy-Dimensionen (Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Ethnie, Behinderung, Religion) eröffnen und ein breiteres Potential an Arbeitskräften erschließen, sondern auch Wesentliches zu einer kreativen und innovativen Teambildung beitragen.  

   

Universität Wien

Nummer der LV: 180102
Art der LV: PS, 2 Stunden
Ort: NIG, HS 2 G
Zeit: Montag, 15.00-17.00
Beginn: 10.10.2011

 

Referatsliste

Max Scheler, Der Formalismus in der Ethik und die Materiale Wertethik

Max Scheler Werk Der Formalismus in der Ethik und die Materiale Wertethik gilt als eines der Hauptwerke der Philosophie des 20. Jahrhunderts und als eine Art Bibel innerhalb der Wertphilosophie. Mit der Einführung des Wertbegriffes in die Ethik nimmt Scheler eine Ergänzung zu der von ihm hochgeschätzten Kantischen Ethik vor, indem er die emotionalen Bedingungen für das, was wir überhaupt für „wert“ halten, untersucht. Primär geht es Scheler darum, das ethische Niemandsland jenseits allgemein formulierbarer Sätze für die individuelle moralische Existenz zurückzugewinnen und die emotionalen und werthaften Anteile des menschlichen Lebens in den Vordergrund zu stellen. Scheler unterscheidet verschiedene Arten von Werten. Als materiale Qualitäten bilden sie den Gegenstandbereich des Fühlens, wobei er das Augenmerk auf die vorausgehende Relevanz der personalen Selbstwertbeziehung als Kraftquelle eines ethischen Lebensentwurfes richtet.

Das in jüngster Zeit stark anwachsende Interesse an Schelers Werk hängt mit dem großen Klärungsbedarf zusammen, der rund um die Thematik „Werte“ und „Werthaltung“ zu vermerken ist. Neben der prinzipiellen Auseinandersetzung zwischen Form und Wert und der Herausarbeitung der komplementären Begründungen der Ethik bei Immanuel Kant, Max Scheler und Edmund Husserl sollen zwei weitere Bereiche aus dem derzeitigen Forschungsstand in die Interpretation der Lektüre einfließen: auf der individuellen Ebene Überlegung zu einer wertorientierten Lebenskunst und Persönlichkeitsbildung und auf der gesellschaftlichen Ebene die Diskussionen rund um die Wertbegründung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland, das im Anschluss an die materiale Wertethik Schelers nicht als ein durch Prinzipien strukturiertes Regelsystem, sondern als eine „konkrete Wertordnung“ konzipiert wurde.

Masterstudiengang Organisations- und Personalentwicklung an der Fachhochschule der WKW

Zeit: 7.9.2011, 5.und 19.10.2011, sowie 2., 9., 16., 23., und 30.11.2011, sowie 7.12.2011, 18.30-21h45

Umfang: 4,0 ECTS

Wertemanagement, Ethik, Nachhaltigkeit
Finanz- und Wirtschaftskrise haben einmal mehr die Frage nach der ethischen Verantwortlichkeit von Unternehmen und nach der Beziehung zwischen Ethik, Ökonomie und Politik in den Vordergrund gerückt. Die Reputation und Glaubwürdigkeit ganzer Branche oder gar der Wirtschaft insgesamt scheinen auf dem Spiel zu stehen (Legitimation unternehmerischen und marktwirtschaftlichen Handelns).
Die Einsicht, dass eine gute Wirtschafts- und Unternehmenspraxis auf der Basis moralischer Werte und Ansprüche ruhen muss, ist nicht neu. Große Unternehmerpersönlichkeiten haben stets gewusst, dass ihre Firmen auch eine soziale und moralische Verantwortung wahrzunehmen haben. Die Tugend der einzelnen Person, ihre moralische Überzeugungen und Werte sind entscheidende Pfeiler eines gelingenden Wertemanagements, aber nicht die einzigen und vor allem – sie reichen heute nicht mehr aus. Die Globalisierung der Märkte bringt es mit sich, dass ohne die Stützung durch institutionelle Maßnahmen wie Werte- oder Ethikmanagementsysteme, die auf die Schnittstelle zwischen Individuum und Organisation abzielen, der Einzelne mit seiner individuellen Moral sehr schnell an Grenzen der Überforderung und Nicht-Realisierbarkeit gerät.
In der Lehrveranstaltung befassen wir uns mit den drei Bereichen der Unternehmensethik im weiten Sinn: der Ebene des Umsystems, d.h. den Rahmenbedingungen bis hin zu allgemeinen Richtlinien und Standards wie den Menschenrechten (Global Compact) und Anti-Diskriminierungsgesetzen (Diversity-Ansatz), der  Ebene des Unternehmens (Wertemanagement, Corporate Governance, Corporate Citizenship und Diversity-Management) sowie der personalen Ebene (Führungs- und Mitarbeiter-Ethik, Whistle-Blowing, Diversity-Training und Wertecoaching). Nach einer allgemeinen Einführung in die Ethik werden die drei großen  Wirtschafts- und Unternehmensethiken im deutschsprachigen Raum – Ethik mit ökonomischer Methode (Karl Homann), integrative Wirtschaftsethik (Peter Ulrich) und Ethik der Governance (Josef Wieland) – einander gegenübergestellt. Das  Wertemanagement-System von Josef Wieland berücksichtigt beide Ansätze: die Problematik der Ausbeutbarkeit moralischer Vor- und Mehrleistungen einzelner Akteure unter marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen (Karl Homann) sowie die Verpflichtung der republikanisch gesinnten Unternehmen (Peter Ulrich) sich als „gute Bürger“ (Corporate Citizens) um die legitimen Ansprüche aller Beteiligten zu bemühen (Stakeholder-Dialog). Sein Imperativ lautet: „Handle so, dass Du die Aktivierung moralischer Güter förderst und gleichzeitig nicht schutzlos wirst gegen Opportunismus.“  Veränderte Rahmenbedingungen (Schwächung des Nationalstaates, Rückzug des Staates, fehlende bzw. niedrige rechtliche Standards im globalen Bereich) führen dazu, dass Unternehmen in zunehmendem Maße dazu gezwungen sind, sich selbst Regeln aufzuerlegen (Unternehmensethik als Selbstbindung) und sich um öffentliche Angelegenheiten zu kümmern (Public Affairs-Management).
Zudem zeigt sich, dass es sich beim Wertemanagement nicht nur um die Neuauflage klassischer unternehmerischer Verantwortung (Corporate Social Responsability) handelt, sondern auch um die Umsetzung oder um die „Nachholung“, wie Peter Ulrich es nennt, gesellschaftlicher Werte wie z.B. wechselseitiger Anerkennung, Geschlechtergerechtigkeit, Offenheit, Transparenz, Partizipation, Anerkennung von Differenzen und Vielfalt (Diversity). Neu ist auch, dass diese Werte nicht mehr als Widerspruch (Markt versus Moral) sondern als Potential, als Ressourcen angesehen werden, die wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Diversity Management kann nicht nur neue Märkte entlang den Diverstiy-Dimensionen (Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Ethnie, Behinderung, Religion) eröffnen und ein breiteres Potential an Arbeitskräften erschließen, sondern auch Wesentliches zu einer kreativen und innovativen Teambildung beitragen.  

Masterstudium Angewandte Ethik an der Karl-Franzens-Universität Graz

Seminar Nr. 107.005

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Mi. 6.4.2011, 17.00 - 18h30, Mo. 9.5.2011, 17.00 - 20.30, Di. 10.5.2011, 17.30 - 21.00, Mi.11.5.2011, 17.00-20.30, Mo. 6.6.2011, 17.00 - 20.30, Di. 7.6.2011, 17.30 - 21.00, Mi. 8.6.2011, 17.00-20.30

Diversity und Wertemanagement. Aktuelle Konzepte der Unternehmensethik

Finanz- und Wirtschaftskrise haben einmal mehr die Frage nach der ethischen Verantwortlichkeit von Unternehmen und nach der Beziehung zwischen Ethik, Ökonomie und Politik in den Vordergrund gerückt. Die Reputation und Glaubwürdigkeit ganzer Branche oder gar der Wirtschaft insgesamt scheinen auf dem Spiel zu stehen (Legitimation unternehmerischen und marktwirtschaftlichen Handelns).
Die Einsicht, dass eine gute Wirtschafts- und Unternehmenspraxis auf der Basis moralischer Werte und Ansprüche ruhen muss, ist nicht neu. Große Unternehmerpersönlichkeiten haben stets gewusst, dass ihre Firmen auch eine soziale und moralische Verantwortung wahrzunehmen haben. Die Tugend der einzelnen Person, ihre moralische Überzeugungen und Werte sind entscheidende Pfeiler eines gelingenden Wertemanagements, aber nicht die einzigen und vor allem – sie reichen heute nicht mehr aus. Die Globalisierung der Märkte bringt es mit sich, dass ohne die Stützung durch institutionelle Maßnahmen wie Werte- oder Ethikmanagementsysteme, die auf die Schnittstelle zwischen Individuum und Organisation abzielen, der Einzelne mit seiner individuellen Moral sehr schnell an Grenzen der Überforderung und Nicht-Realisierbarkeit gerät.
In der Lehrveranstaltung befassen wir uns mit den drei Bereichen der Unternehmensethik im weiten Sinn: der Ebene des Umsystems, d.h. den Rahmenbedingungen bis hin zu allgemeinen Richtlinien und Standards wie den Menschenrechten (Global Compact) und Anti-Diskriminierungsgesetzen (Diversity-Ansatz), der  Ebene des Unternehmens (Wertemanagement, Corporate Governance, Corporate Citizenship und Diversity-Management) sowie der personalen Ebene (Führungs- und Mitarbeiter-Ethik, Whistle-Blowing, Diversity-Training und Wertecoaching). Nach einer allgemeinen Einführung in die Ethik werden die drei großen  Wirtschafts- und Unternehmensethiken im deutschsprachigen Raum – Ethik mit ökonomischer Methode (Karl Homann), integrative Wirtschaftsethik (Peter Ulrich) und Ethik der Governance (Josef Wieland) – einander gegenübergestellt. Das  Wertemanagement-System von Josef Wieland berücksichtigt beide Ansätze: die Problematik der Ausbeutbarkeit moralischer Vor- und Mehrleistungen einzelner Akteure unter marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen (Karl Homann) sowie die Verpflichtung der republikanisch gesinnten Unternehmen (Peter Ulrich) sich als „gute Bürger“ (Corporate Citizens) um die legitimen Ansprüche aller Beteiligten zu bemühen (Stakeholder-Dialog). Sein Imperativ lautet: „Handle so, dass Du die Aktivierung moralischer Güter förderst und gleichzeitig nicht schutzlos wirst gegen Opportunismus.“  Veränderte Rahmenbedingungen (Schwächung des Nationalstaates, Rückzug des Staates, fehlende bzw. niedrige rechtliche Standards im globalen Bereich) führen dazu, dass Unternehmen in zunehmendem Maße dazu gezwungen sind, sich selbst Regeln aufzuerlegen (Unternehmensethik als Selbstbindung) und sich um öffentliche Angelegenheiten zu kümmern (Public Affairs-Management).
Zudem zeigt sich, dass es sich beim Wertemanagement nicht nur um die Neuauflage klassischer unternehmerischer Verantwortung (Corporate Social Responsability) handelt, sondern auch um die Umsetzung oder um die „Nachholung“, wie Peter Ulrich es nennt, gesellschaftlicher Werte wie z.B. wechselseitiger Anerkennung, Geschlechtergerechtigkeit, Offenheit, Transparenz, Partizipation, Anerkennung von Differenzen und Vielfalt (Diversity). Neu ist auch, dass diese Werte nicht mehr als Widerspruch (Markt versus Moral) sondern als Potential, als Ressourcen angesehen werden, die wesentlich zum Erfolg des Unternehmens beitragen. Diversity Management kann nicht nur neue Märkte entlang den Diverstiy-Dimensionen (Geschlecht, Alter, Hautfarbe, Ethnie, Behinderung, Religion) eröffnen und ein breiteres Potential an Arbeitskräften erschließen, sondern auch Wesentliches zu einer kreativen und innovativen Teambildung beitragen.  

 

Universität Wien

Nummer der LV: 180318
Art der LV: PS, 2 Stunden
Ort: NIG, HS 3B
Zeit: Montag, 15.00-17.00
Beginn: 11.10.2010

 

Referatsliste

Von der existentialistischen Ethik zur philosophischen Lebenskunst

In ihrem Hauptwerk Das andere Geschlecht geht Beauvoir von dem grundlegenden Prinzip der existentialistische Ethik aus, dass jedes Individuum, auch die Frau, die Möglichkeit haben sollte, sich durch Realisierung selbstgewählter Entwürfe als Freiheit und damit als Subjekt  zu setzen. Ihre Argumentation bewegt sich auf zwei Ebenen: zum einen auf der Ebene der Befreiung von Unterdrückung und Ausschluss und zum anderen auf der Ebene des Freiwerdens für eigene Lebensentwürfe und Lebenspläne. Der Wille, ein moralisches Subjekt zu sein sowie die Suche nach einer „Ethik der Existenz“, ist also keineswegs nur in der Antike  anzusiedeln, wie Foucault dies sieht. Das Bemühen, seine Freiheit zu behaupten und seinem Leben eine bestimmte Form zu geben, in der man Anerkennung von Anderen bekommt, ist integraler Bestandteil von Beauvoirs existentialistischer Ethik. Die Sorge um sich selbst und die Notwendigkeit, die eigene Existenz durch Selbstwahl zu gestalten steht im Zentrum dessen, was Karen Vintges die „Ethik der Lebenskunst“ bei Beauvoir nennt: „Im Namen unserer Freiheit müssen wir uns als individuelle Identitäten erschaffen, unser tägliches Verhalten in all seinen Aspekten stylen und entwickeln, mit dem Ziel konkret etwas zu unserer Lebensqualität und derjenigen anderer beizutragen.“ Umso erstaunlich ist es, dass Philosophen wie Michel Foucault oder Wilhelm Schmid, deren Anliegen es ist im Rahmen einer Philosophie der Lebenskunst die individuelle Ebene mit all ihren Problemen der Lebensführung, Haltung und Wahl zu artikulieren, keinerlei Bezug auf die existentialistische Ethik nehmen. 
Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es den Beitrag Beauvoirs zu einer Philosophie der Lebenskunst darzustellen und in Bezug zu setzen zu den Ansätzen von Michel Foucault, Wilhelm Schmid, Ferdinand Fellmann und anderen. Dabei wird zu klären sein, was unter philosophischer Lebenskunst überhaupt zu verstehen ist. Anders als Foucault, der zwar die Notwendigkeit einer Praxis des Selbst hervorhebt, diese jedoch aufgrund des christlichen Gebots der Selbstaufopferung hauptsächlich in der Antike verortet sieht, siedelt Schmid sein Projekt einer Philosophie der Lebenskunst mitten in den Widersprüchlichkeiten der Moderne und ihrer Leere, welche die Zurückweisung traditioneller Lebensformen in der Lebensführung hinterlassen hat, an. Ähnlich wie Sartre und Beauvoir stößt er auf das Dilemma der Freiheit: wir sind zur Freiheit verurteilt, wir müssen uns wählen. Darüber hinaus betont er jedoch die Notwendigkeit eines Könnens, das nicht mehr zur Verfügung steht und das Problem des Wahlvollzugs selbst, der Möglichkeiten wieder verschließt, weshalb bei vielen Menschen der Eindruck entstehe keine Wahlfreiheit zu haben oder gegen sie ankämpfen zu wollen. Auch wenn bei Schmid die Frage der individuellen Wahl im Zentrum der Lebenskunst steht so ist er wie Beauvoir von der Interdependenz von Individuum und Gesellschaft überzeugt. Will das Subjekt der Lebenskunst die Möglichkeiten erlangen, sein Leben selbst zu führen, so ist dies nur möglich auf der Grundlage der Aufklärung von Strukturen, insbesonders von Machtstrukturen und dem Engagement dafür, Machtstrukturen nicht in Herrschaftszustände verkommen zu lassen.
Auch Ferdinand Fellmanns 2009 erschienenes Buch Philosophie der Lebenskunst stellt keinerlei Bezug zum Existentialismus her. Ausgehend von Edmund Husserl versucht er zu zeigen, dass eine Verschränkung von Lebenskunst und Moralphilosophie möglich ist. Mit der Einführung des Wertbegriffes in die Ethik durch Husserl werde es möglich,  einen Typus von Ethik zu schaffen, dessen Normativität sich klar vom kategorischen Imperativ Kants unterscheide, indem er auch die inhaltliche Ebene mitberücksichtige. Der Wertbegriff umfasse nämlich das Bedürfnissystem des ganzen Menschen und trage wesentlich zur Motivation bei. Bisher jedoch seien nur die antiken Ethiken auf Persönlichkeitsbildung gerichtet gewesen, wo es seiner Meinung nach so etwas wie eine wertorientierte Lebenskunst gegeben habe. Zum Abschluss der Lehrveranstaltung soll zwischen Fellmanns Anliegen, den Prozess der moralischen Wertbildung in einer Philosophie der Lebenskunst aufzuklären, und Beauvoirs Ethik des Entwurfs ein Vergleich hergestellt werden.  

Fachhochschule Wiener Neustadt

Masterstudiengang Wirtschaftsberatung und Unternehmensführung

LV: 10381

Zeit: 20.,21.,22.,24.,27.9.2010, 5.,28.10.2010 von 17h30-21h14,

Ort: HS 7

LV: 10875

Zeit: 15.,16., 22.,23.10.2010, 9.00 - 16.30,

Ort: HS 7

LV:10988

Zeit 29.9.,2., 4.,13.10.2010, 9.00-16.30,

Ort: HS 7

Literaturliste

Interkulturelles Management

Die Globalisierung und Multikulturalisierung von Lebensverhältnisse und Arbeitswelt bringen neue Anforderungen mit sich, die interkulturelle Kompetenzen erforderlich machen. In der Lehrveranstaltung geht es um eine Sensibilisierung der Studierenden für die kulturelle Bedingtheit von – fremdem und eigenem – menschlichen Verhalten und die Schärfung der Wahrnehmung für kulturelle Differenzen, aber auch für Gemeinsamkeiten, aus denen sich Möglichkeiten wechselseitigen Lernens und produktiver Kooperation ergeben. Während Kultur überwiegend als eine in sich geschlossene Einheit aufzufassen ist, in der es eine Übereinstimmung hinsichtlich der wesentlichsten Werte und Prämissen gibt, (es gibt ein klares „Wir“ im Unterschied zu den „Anderen“) kündigt „Inter“ im Begriff Interkulturalität hingegen eine fruchtbare Berührung, ein kommunikatives Neben- und Zueinandertreten an. Damit  dies möglich wird, bedarf eines generellen Umdenkens. Andersartigkeit im Sinne einer anderen Kultur, aber auch von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Hautfarbe, Religion, Behinderung usw. darf  nicht mehr länger ein Anlass für Unterdrückung, Ausschluss und Diskriminierung sein, sondern muss als Ressource und Möglichkeit verstanden werden.
In der Lehrveranstaltung wird das Interkulturelle Management bewusst in Beziehung gesetzt zum Diversity Management, macht doch  der bewusste Umgang mit der eigenen Identität und mit der Andersartigkeit (auch in kultureller Hinsicht) einen wesentlichen Teil der Diversity-Kompetenz aus. Neben der Fähigkeit, Unterschiede als Ressource schätzen zu können und dies nutzen zu wollen, gehört dazu die Fähigkeit auf Bewertungen, die bei Vergleichen oft automatisch entstehen, möglichst zu verzichten, bzw. sie in der Schwebe halten zu können, eigene Haltungen, mentale Modelle und Werte zu reflektieren und Konflikte und unterschiedliche Meinungen aushalten zu können.
Anhand des „Develomental Model of Intercultural Sensitivity (DMIS) von Milton Bennett werden die Voraussetzungen zur Entstehung von kultureller Synergie in multikulturellen Teams aufgezeigt.  Dazu gehört die Fähigkeit, die eigene Kultur im Kontext zu anderen Kulturen zu sehen, Differenzen wahrzunehmen und mit ihnen umgehen zu können, Brücken zu anderen Kulturen zu schlagen, Perspektiven wechseln zu können und nicht zuletzt, unterschiedliche Weltsichten integrieren und nutzen zu können.
Didaktik:
Die Vermittlung der Lehrinhalte erfolgt  mittels Powerpointpräsentation meinerseits und mittels eigenständiger Textlektüre und Recherche der Studierenden andererseits. Fallstudien, Gruppenarbeiten, Übungen und Spiele ermöglichen zudem ein erfahrungsorientiertes Lernen.
Die Lehrveranstaltung wird auf Englisch gehalten und mit einer schriftlichen Seminararbeit der Studierenden abgeschlossen.

Masterstudiengang Organisations- und Personalentwicklung an der Fachhochschule der WKW

Zeit: 6.,20.,27.10.2010, 3.,10.,17.,24.,11.2010, 1.und15.12.202, 18.30-21h45

Umfang: 4,0 ECTS

 

Literaturliste

Wertemanagement, Ethik und Nachhaltigkeit

Lehrinhalte:

·    Wertemanagement in Abgrenzung von anderen Management-Konzepten
·    Ethik im Management und in der Beratung
·    Gender Mainstreaming und Diversity Management
·    Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit

Kompetenzerwerb:

Die AbsolventInnen sind fähig:

  • Wertemanagement als Konzept und seine Konsequenzen in der OE und PE zu verstehen
  • Ethik im Management und in der Beratung zu diskutieren und auf seine systemische Wirkung hin zu erörtern
  • Gender Mainstreaming und Diversity Management handlungsorientiert umsetzen zu können
  • Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit auf ihre unternehmensspezifische Sinnhaftigkeit zu überprüfen
  • Zusammenwirken von Strukturen, Strategie und Kultur zu analysieren und zu verbessern
  • Zusammenwirken von Organisation und Mensch im Unternehmen zu analysieren und zu verbessern
  • Managementtheorien in die Praxis überführen und auf ihre Praxistauglichkeit prüfen zu können

Sommersemester 2010

Universität Wien

Nummer der LV: 180639
Art der LV: PS, 2 Stunden
Ort: NIG, HS 3B
Zeit: Montag, 16.00 – 17h30 pünktlich
Beginn: 8.3.2010

 

Referatsliste

Einführung in die Wirtschaftsethik (Business Ethics)

Das Interesse an Wirtschaftsethik ist seit den 1980er Jahren sprunghaft gestiegen. Es resultiert aus dem Bewusstwerden der zunehmenden gesellschaftlichen, kulturellen und ökologischen Nebenwirkungen des Wirtschaftshandelns. Finanz- und Wirtschaftskrise haben einmal mehr die Frage nach der ethischen Verantwortlichkeit und der Beziehung zwischen Ethik, Ökonomie und Politik in den Vordergrund gerückt. Die Einheit der praktischen Philosophie seit Aristoteles, die Trias von Ethik, Ökonomie und Politik, ist mit der Durchsetzung der Nationalökonomie als eigenständiger Wissenschaft bei Adam Smith aufgelöst worden. Die Trennung von Ethik und Ökonomie als Folge des Siegeszuges eines mechanistischen Weltbildes und seiner Übertragungen auf die Wirtschaft seit Hobbes und Mandeville führt dazu, dass sich die Ökonomie an der Naturwissenschaften orientiert und als in „Auseinandersetzung mit der Natur“ stehend mit der Entwicklung der Produktivkräfte beschäftigt. Die sozialen, kulturellen und ethischen Aspekte des Wirtschaftshandelns bleiben dabei weitgehend ausgeblendet. An dieser Zwei-Welten-Konzeption von Ethik und Ökonomie entzündet sich das konstitutive Grundproblem einer modernen Wirtschaftsethik: Wie lässt sich die ökonomische Rationalität mit der ethisch-praktischen Vernunft vermitteln?
In der Lehrveranstaltung werden wir uns mit dem Problem der Integration von Wirtschaft und Ethik auseinandersetzen. Integrative Ansätze, wie etwa bei Peter Koslowski und Peter Ulrich, werden ebenso zu Sprache kommen, wie an Rahmenordnungen und Institutionen orientierte Konzepte wie etwa bei Karl Homann. In Verbindung damit steht die Frage nach dem Menschenbild und der Rolle von wertorientiertem Handeln. Dem „homo oeconomicus“, als rationalem nur am Eigeninteresse orientierten Gewinnmaximierer, wird ein Wirtschaftssubjekt gegenübergestellt, das den Zweck des Wirtschaftens und dessen Sozialverträglichkeit von vornherein in seine Überlegungen mit einbezieht. Im Gegensatz zu Mandeville, der aufgrund der unsichtbaren Hand des  Marktes auch explizit unmoralische Motive und Laster dazu geeignet findet um positive Nebenwirkungen hervorzubringen (private vices – public benefits), fordern wirtschaftethische Ansätze auf moralisch bedenkliche Handlungsweisen gänzlich zu verzichten.  Anhand des Gefangenendilemmas soll gezeigt werden, dass hierfür jedoch starke Rahmenbedingungen notwendig sind,  um die Ausbeutung moralischer Vor- und Mehrleistungen einzelner Akteure unter marktwirtschaftlichen Wettbewerbsbedingungen zu verhindern. Letztlich geht es darum, den Zweck des Wirtschaftens wieder in den Mittelpunkt zu stellen und vom Selbstzweck der Zirkulation des Geldes als Kapital wegzukommen.

Sommersemester 2009

Universität Sofia,
Bulgaria

Place: Campus East

Start: Tuesday 7th of April, 1 pm

Lehraufenthalt im Rahmen des MOEL Programmes der Europäischen Union

 

Freedom and Recognition in the Work of Simone de Beauvoir – Freiheit und Anerkennung bei Simone de Beauvoir

The aim of this lecture course is to offer a detailed introduction into Beauvoir’s philosophy where the focus is on her concepts of freedom and recognition and their impact on a philosophy of gender. At the same time the importance of philosophy for feminist theory as a whole will be emphasized. In the lecture course we shall follow my book Freedom and Recognition in the Work of Simone de Beauvoir. At the beginning the reception of Beauvoir’s work in the English-speaking scientific community as regards discussions relevant in our context will be presented. The feminist theorists of difference reproach Beauvoir for equating being human with masculinity, for espousing a theory of equality, and for depreciating being a woman. But, whereas feminist theories of difference take an unambiguous female identity for granted, linked to the female body, Beauvoir links being a woman to the ambiguity of existence. Similarly, as with post-modern feminism, existentialism rejects any fixed pre-assigned identity. The structure of the lecture course follows the development of Beauvoir’s work from her earlier writings up to The Second Sex also including her late study on Old Age and her autobiographies intending to give a deeper understanding of Beauvoir’s concepts of freedom and recognition.

Wintersemester 2008/09

Universität Wien

Nummer der LV: 180220
Art der LV: VO-L, 2 Stunden, 5,0 ECTS-Punkte
Unterrichtssprache: Englisch, Deutsch,
Ort: NIG, HS 2 G
Zeit: Montag, 15 – 17 h
Beginn: 6.10.2007
Anrechenbarkeit: Kapitel:18.01; 18.02
§ 4.2.2, 3.2.8 und 2.5, BA M6.3, PP § 57.2.5, EC 2-1.3

>> Literaturliste

Freedom and Recognition in the Work of Simone de Beauvoir – Freiheit und Anerkennung bei Simone de Beauvoir

The aim of this lecture course is to offer a detailed introduction into Beauvoir’s philosophy where the focus is on her concepts of freedom and recognition and their impact on a philosophy of gender. At the same time the importance of philosophy for feminist theory as a whole will be emphasized. In the lecture course we shall follow my book Freedom and Recognition in the Work of Simone de Beauvoir. At the beginning the reception of Beauvoir’s work in the English-speaking scientific community as regards discussions relevant in our context will be presented. The feminist theorists of difference reproach Beauvoir for equating being human with masculinity, for espousing a theory of equality, and for depreciating being a woman. But, whereas feminist theories of difference take an unambiguous female identity for granted, linked to the female body, Beauvoir links being a woman to the ambiguity of existence. Similarly, as with post-modern feminism, existentialism rejects any fixed pre-assigned identity. The structure of the lecture course follows the development of Beauvoir’s work from her earlier writings up to The Second Sex also including her late study on Old Age and her autobiographies intending to give a deeper understanding of Beauvoir’s concepts of freedom and recognition.

Sommersemester 2008

Universität Graz

Nummer der LV: 501.057 Art der LV: VO-L, 2 Stunden, 4,0

ECTS-Punkte
Ort: Uni Graz, HS 06.03,

UR 09.51
Beginn: 7.4.2008

Literatur:

Susanne Moser, Freiheit und Anerkennung bei Simone de Beauvoir, Tübingen 2002

Publikationen

Die Philosophie Simone de Beauvoirs

Das Ziel meiner Lehrveranstaltung besteht darin, diejenigen Forschungsergebnisse, die ich in meinen Buch Freiheit und Anerkennung bei Simone de Beauvoir erarbeitet und veröffentlicht habe auch an die StudentInnen am Institut für Philosophie an der Universität Graz weiterzugeben und für diese fruchtbar zu machen. In Zeit postmoderner Theoriebildung in Ungnade gefallen, soll anhand von Beauvoirs Philosophie gezeigt werden, welch zentrale Bedeutung dem Freiheitsbegriff bei der Entwicklung von zeitgenössischen Anerkennungs- und Gerechtigkeitstheorien zukommt. Zugleich wird dabei jedoch offenbar, welche Ausschluss- und Machtmechanismen durch die Freiheitstheorien der Moderne gerade in Hinsicht auf das Geschlechterverhältnis produziert wurden - mit ein Grund für die allgemeine Skepsis gegenüber der Freiheitsthematik innerhalb der feministischen Theorie. Beauvoir selbst befindet sich in genau diesem Spannungsfeld, weshalb die These aufgestellt wird, daß Beauvoir als Drehpunkt zwischen Moderne und Postmoderne angesehen werden kann. Davon ausgehend werden Lösungsansätze, die als Brücke zwischen den so oft als unüberbrückbar geltenden Bereichen dienen könnten, formuliert.
Eng verbunden mit dem bisher gesagt besteht ein weiteres Ziel der Lehrveranstaltung in der Klärung von Grundbegriffen innerhalb der feministischen Philosophie, die zumeist - ohne daß dies besonders berücksichtigt wird - in Beauvoirs Werk, insbesondere dem Andere Geschlecht, wurzeln. Der Subjektbegriff, aber auch Begriffe wie Entwurf, Situation, Identität und Existenz werden auf verschiedenen Ebenen hermeneutisch untersucht. Dabei wird konkret gezeigt, auf welche Weise philosophische Konzeptionen eingesetzt werden, um die vielfältigen Geschlechterasymmetrien zu analysieren und wie sich das auf die Philosophie selbst auswirkt. 

Wintersemester 2007/08

Universität Wien

Nummer der LV: 180217
Art der LV: PS
Ort: NIG, HS 3B
Zeit: Montag, 15 – 17 h
Beginn: 8.10.2007
Anrechenbarkeit: § 3.2.3, BA 6.1, PP §57.2.6

>> Referats- und Literaturliste

Über die Entstehung der Werte

Die Auseinandersetzung mit Werten sieht sich an mehreren Fronten mit skeptischen Einwänden konfrontiert. Wenn schon nicht der Vorwurf erhoben wird, hoffnungslos altmodisch oder konservativ zu sein, so besteht der Argwohn mancher liberaler und postmoderner Kritiker darin, dass jeder Diskurs über Werte einen Versuche darstelle, anderen Werte aufzuoktroyieren. Demgegenüber bevorzugt die liberale Tradition eine Orientierung aller an wertfreien Prozeduren einer friedlichen Kooperation und Kommunikation, wobei diesem Kommunikationsparadigma – wie die anerkennungstheoretische Kritik (Charles Taylor, Axel Honneth) zeigt – jedoch Wertgesichtspunkte und Leitvorstellungen zugrunde liegen, die zumeist unsichtbar und unangesprochen bleiben. Die Wertphilosophie, die im Sinne der Systematik der Werte als zunehmend steril und weithin als obsolet betrachtet wurde und einen kaum mehr weiterverfolgten Arbeitsbereich darstellte, ist mit Charles Taylor wieder in den Diskurs mit anderen philosophischen Richtung eingetreten und verbindet sich mit einer inter-subjektiven Theorie der Identitätsbildung.
Ziel dieser Lehrveranstaltung ist es, auf die neueren Entwicklungen in der philosophischen Wertlehre einzugehen, wobei der Schwerpunkt auf die Frage gelegt wird, wie denn überhaupt Werte und Wertbindungen entstehen. Bevor wir uns Hans Joas zuwenden, der in seinem 1997 erschienen Buch Die Entstehung der Werte davon ausgeht, dass Werte in Erfahrung der Selbstbildung und Selbsttranszendenz entstehen, werden wir uns historisch zurückwenden bis zu dem Punkt, an dem die Frage nach der Entstehung der Werte erstmals gestellt wurde.

Sommersemester 2007

FH-Wifi-Wien

Institut für Unternehmensführung
FHWien-Studiengänge der WKW Währinger Gürtel 97
Gebäudeteil B/2. Stock/B242 1180 Wien

Skriptum

Unternehmensethik

Verantwortung für all diejenigen tragen, die direkt oder indirekt mit der Unternehmung zu tun haben (Stakeholder), sondern dass es letztendlich auch um das langfristige Überleben des eigenen Unternehmens selbst geht.Unternehmsethik ist daher zu einem ganz wesentlichen Teil der strategischen Unternehmensführung selbst geworden.

Wintersemester 2006/07 und folgende

FH- Wifi-Wien

Institut für Unternehmensführung
FHWien-Studiengänge der WKW

Währinger Gürtel 97
Gebäudeteil B/2. Stock/B242 1180 Wien

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Wissenschaftliches Denken

Gemäß Fachhochschul-Studiengesetz sollen Fachhochschul-Studiengänge die Fähigkeit vermitteln, die Aufgaben des jeweiligen Berufsfeldes dem Stand der Wissenschaft und den Anforderungen der Praxis entsprechend zu lösen. Die dadurch erworbene wissenschaftliche Qualifikation vermittelt die Kompetenz, systematisch und methodisch an unternehmensinterne Aufgabenstellungen heranzugehen,die jeweils neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse in der Unternehmenspraxis anzuwenden und umzusetzen (Wissenstransfer) sowie eigene unternehmensinterne Forschungseinrichtungen zu installieren und zu führen (unternehmensinterne F&E).

Wintersemester 2006/07

Universität Wien

Nummer der LV: 180 107
Art der LV: Seminar
Ort: NIG, HS 3B
Zeit: Montag, 15 – 17 h
Beginn: 9. Oktober 2006
Anrechenbarkeit: § 4,2,2
                               PP § 57.3.4 Philosophische Probleme der Gegenwart


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Feministische Anerkennungsdebatten im Spannungsfeld zwischen Gleichheit und Differenz(en)

Das Ziel dieses Seminars ist  es auf dem speziellen Gebiet der feministischen Philosophie die neuesten Debatten über Anerkennung hinsichtlich ihrer Konsequenz für die Gleichheit – Differenz(en) Problematik vorzustellen.
Die Spannung zwischen Forderungen nach Anerkennung von Gleichheit und Forderungen nach Anerkennung von Differenz durchzieht die gesamte feministische Theoriebildung. Es stellt sich die Frage inwieweit Ungleichheit fortgeschrieben wird, wenn Ungleiches gleich behandelt wird. Seit den 1990iger Jahre wird die Frage nach der Geschlechterdifferenz jedoch insofern erweitert, als nunmehr die Differenzen unter den Frauen selbst zur Diskussion gestellt werden: zum einen sind es stark identitätspolitisch agierende Bewegungen von Minderheiten, die um Sichtbarkeit und Zurkenntnisnahme ihrer sozialen Situation sowie um die Anerkennung von kulturellen Eigenheiten ringen (Black Feminism); zum andern sind es die dekonstruktivistischen Ansätze in der feministischen Theoriebildung, für die jede Form der identitätspolitischen Fundierung von Kritik scheitern muss, weil sie zwangsläufig neue Ausschlüsse produziert (Queer Feminism).
Die anerkennungstheoretischen Wende verdrängt das bisher gültige Paradigma der egalitären Umverteilung und betont die Notwendigkeit einer differenzfreundlichen Welt, in der für die Ebenbürtigkeit und Gleichbehandlung nicht mehr der Preis einer Assimilation durch die Mehrheit oder die herrschende Norm zu zahlen ist. Die Annahme dahinter ist, dass sowohl die individuelle Subjektwerdung als auch die soziale Integration von Gesellschaften auf geregelte Formen von wechselseitiger Anerkennung angewiesen ist, an deren Unzulänglichkeiten und Defiziten sich stets wieder Empfindungen der Missachtung festmachen, die als Antriebsquelle gesellschaftlicher Veränderungen gelten können.
In der Lehrveranstaltung sollen drei große Problemkreise angeschnitten werden: erstens der Vorwurf, die anerkennungstheoretische Wende führe zu einem kulturellen Monismus und vernachlässige ökonomische Fragestellungen, zweitens die Diskussion rund um die Anerkennung und Neubewertung der von Frauen bisher unentgeltlich „aus Liebe“ erbrachten gesellschaftlich notwendigen Arbeit in der Familie, einschließlich der Infragestellung der bisherigen Familienkonstellationen und drittens die Hinterfragung derjenigen psychischen und sozialen Faktoren die nach wie vor symmetrische, wechselseitige Anerkennungsformen vereiteln.

 

Wintersemester 2005/06

Universität Wien

Nummer der LV: 180 228
Art der LV: Proseminar
Ort: NIG, HS 3 B
Zeit: Montag, 15 – 17 h
Beginn: 3. Oktober  2005

Anrechenbarkeit:

alter Studienplan: 8,               
neuer Studienplan: § 3,2,7 


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Zeitgenössische Anerkennungstheorien, Teil II: Von Theodor W. Adorno zu Axel Honneth

Die Lehrveranstaltung bildet die Fortsetzung des im Wintersemesters 2004/05 gehaltenen Proseminars zum Problem der Anerkennung. Anhand ausgewählter Texte von Adorno, Horkheimer und Jürgen Habermas wird es möglich sein, nicht nur eine thematische Anbindung an die Problemstellungen des ersten Teils zu finden, sondern die Auseinandersetzung und Weiterentwicklung der Kritischen Theorie durch Axel Honneths Anerkennungstheorie besser in den Blick zu bekommen. 
Zu Beginn des Proseminars wird der emanzipatorische Gehalt des Arbeitsparadigmas in der frühen Kritischen Theorie von Horkheimer und Adorno untersucht, die auf die Notwendigkeit einer Aufhebung der Verletzung von Regeln menschlicher Sozialverhältnisse, wie im Falle des Proletariats, hingewiesen haben.  Axel Honneth, der als die dritte Generation der Kritischen Theorie – nach Jürgen Habermas – angesehen werden kann, sieht im Habermasschen Kommunikationsparadigma, dessen Emanzipationsgehalt er zwar würdigt, aber nicht als ausreichend ansieht, nicht den gesuchten sozialen Bezugspunkt der weiterzuentwickelnden Kritischen Theorie, weil es nicht in jedem Fall eine erfahrbare Verletzung zum Inhalt haben müsse. Erst die langanhaltende Massenarbeitslosigkeit und die Dauerleiden der Betroffenen ließen – laut Honneth – den Gedanken an ein neues Paradigma aufkommen. Arbeitslose erfahren ihr Leiden als Missachtung oder zumindest als Mangel an Achtung und Anerkennung. Nicht die Orientierung an positiv formulierten Moralprinzipien, sondern in der Erfahrung der Verletzung von intuitiv gegebenen Gerechtigkeitsvorstellungen liege dem sozialen Protestverhalten von Unterschichten motivational zugrunde. Deshalb sieht Honneth auch im Unterschied zu Habermas im Erwerb sozialer Anerkennung die normative Voraussetzung allen kommunikativen Handelns. Am Ende der Lehrveranstaltung soll noch auf die aktuelle Diskussion zwischen Axel Honneth und Nancy Fraser in Umverteilung oder Anerkennung? eingegangen werden, in der Fraser die These vertritt, das die politisch-philosophische Konzentration auf die Anerkennungsbegrifflichkeit zur Folge hat, dass die nach wie vor brisanten Umverteilungsfragen im Hintergrund gehalten werden.

Wintersemester 2004/05

Universität Wien

Nummer der LV: 695 847
Art der LV: Proseminar
Ort: Institut für Philosophie, Universitätssstr.7, NIG 3. Stock, HS 3E
Zeit: Montag, 15-17h
Beginn: 4. Oktober 2004

Anrechenbarkeit:

alter Studienplan:8
                               neuer Studienplan: § 3,2,7

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Das Problem der Anerkennung, Teil I: Hegel, Marx, Sartre

Ziel der auf zwei Semester aufgeteilten Lehrveranstaltung ist es, in einem ersten Schritt die historische Entwicklung der Anerkennungsproblematik im Detail nachzuvollziehen und diese dann in einem zweiten Schritt mit zeitgenössischen Anerkennungstheorien in Verbindung zu bringen. „Anerkennung ist zu einem Schlüsselbegriff unserer Zeit geworden. Eine ehrwürdige Kategorie der Hegelschen Philosophie, wieder zum Leben erweckt durch die politische Theorie, scheint dieser Begriff heute von zentraler Bedeutung für die Analyse von Kämpfen um Identität und Differenz zu sein“, betonen Nancy Fraser und Axel Honneth am Anfang ihres 2003 erschienen Buches Umverteilung oder Anerkennung.
Zu Beginn der Lehrveranstaltung gehen wir bis auf die Ursprünge der Anerkennungsproblematik bei Fichtes Grundlage des Naturrechts zurück,wo wir die Annahme finden, dass jedem Rechtsverhältnis bereits ein Anerkennungsverhältnis zugrunde liegen muss. Aufbauend auf Fichte und in Auseinandersetzung mit der bisherigen Naturrechtstradition entwickelt Hegel von seinen frühen Schriften in der Jenaer Realphilosophie über die Phänomenologie des Geistes bis hin zu den Grundlinien der Philosophie des Rechts eine Gesellschaftstheorie, die das Anerkennungsproblem als innere Struktur menschlicher Vergesellschaftung, sowohl den sittlichen Verhältnissen als auch den Institutionen, zugrunde legt. Diese stufenweise Entwicklung des Hegelschen Anerkennungskonzepts soll im Proseminar Schritt für Schritt anhand ausgewählter Sekundärliteratur von Ludwig Siep, Manfred Riedel und Joachim Ritter nachvollzogen werden, wobei sowohl auf das historische Umfeld Hegels als auch auf die enorme Wirkungsmächtigkeit seiner Schriften eingegangen wird.In einem weiteren Schritt wenden wir uns der Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie und den Ökonomischen-Philosophischen Manuskripten (1844) von Karl Marx zu. Um die Entwicklung von Hegel zu Marx besser nachvollziehen zu können, werden wir auf Karl Löwith Von Hegel zu Nietzsche zurückgreifen und auch Alexandre Kojève und Georg Lukács, deren Hegellektüre von der Absicht getragen ist, Marx durch Hegel besser zu verstehen. in die Betrachtung mit einbeziehen.
Zum Abschluss der Lehrveranstaltung wird auf Jean-Paul Sartres Anerkennungstheorie, die zu Beginn des zweiten Teil des Lehrveranstaltung ausführlich behandelt werden soll,  Bezug genommen und zwar in Form eines Exkurses, den Ludwig Sieps in Anerkennung als Prinzip der praktischen Philosophie vornimmt, mit dem Hinweis, dass bei Sartre im Gegensatz zu Hegel, die Bedeutung eines Dritten für die Bildung eines „Wir“-Bewußtseins in den Mittelpunkt rückt.

Sommersemester 2004

Universität Wien

Nummer der LV: 696 189
Art der LV: Proseminar
Ort: Universität Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, HS 31
Zeit: Montag, 15-17h
Beginn: 15. März 2004

Anrechenbarkeit:

alter Studienplan: 2,4,8
                               neuer Studienplan: § 3, § 4/2/2

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Die Philosophie Simone de Beauvoirs, Teil II: Identität, Geschlecht, Anerkennung

Die internationale Neuentdeckung Beauvoirs als eigenständige Philosophin, insbesondere gegenüber Sartre, ermöglicht nicht nur einen völlig neuen Zugang zum Werk Simone de Beauvoirs, sie eröffnet auch neue Perspektiven hinsichtlich der aktuellen Debatten rund um Identität, Anerkennung und Konstruktion von Körper und Geschlecht. In der über zwei Semester laufenden Lehrveranstaltung werden diejenigen philosophischen Begriffe erarbeitet, die nicht nur für das Verständnis von Beauvoirs Werk von Bedeutung sind, sondern als Grundbegriffe sowohl des existentialistischen als auch des feministischen Philosophierens angesehen werden können.
Die Lehrveranstaltung baut auf den im Winter-Semester erarbeiteten Begriffen wie Entwurf, Doppelsinnigkeit und Existenz auf, die jedoch zu Beginn der Vorlesung nochmals wiederholt und expliziert werden. Im Sommer-Semester wird nunmehr untersucht, wie diese philosophischen Konzeptionen von Beauvoir im Anderen Geschlecht  eingesetzt und weiterentwickelt werden, um die vielfältigen Geschlechterasymmetrien zu analysieren. Interessiert an einer Theorie der Befreiung erkennt Beauvoir lange vor Foucault die disziplinierenden Mechanismen der Macht. Beauvoirs Freiheitskonzeption führt uns mitten in die Anerkennungsthematik, in die Problematik der Subjektkonstitution und damit verbunden zu den Fragen rund um die Konstruktion von Geschlechtsidentität.

Wintersemester 2003/04

Universität Wien

Nummer der LV: 695 847
Art der LV: Proseminar
Ort: Institut für Philosophie, Universitätssstr.7, NIG 3. Stock, HS 3E
Zeit: Montag, 15-17h
Beginn: 6. Oktober 2003

Anrechenbarkeit:

alter Studienplan: 2,4,8
                               neuer Studienplan: § 3, § 4/2/2

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Die Philosophie Simone de Beauvoirs, Teil I: Entwuf, Existenz, Freiheit

Die internationale Neuentdeckung Beauvoirs als eigenständige Philosophin, insbesondere gegenüber Sartre, ermöglicht nicht nur einen völlig neuen Zugang zum Werk Simone de Beauvoirs, sie eröffnet auch neue Perspektiven hinsichtlich der aktuellen Debatten rund um Identität, Anerkennung und Konstruktion von Körper und Geschlecht. In der über zwei Semester laufenden Lehrveranstaltung werden diejenigen philosophischen Begriffe erarbeitet, die nicht nur für das Verständnis von Beauvoirs Werk von Bedeutung sind, sondern als Grundbegriffe sowohl des existentialistischen als auch des feministischen Philosophierens angesehen werden können. Dabei soll untersucht werden, auf welche Weise philosophische Konzeptionen eingesetzt werden, um die vielfältigen Geschlechterasymmetrien zu analysieren und wie diese Analysen ihrerseits wiederum auf die Philosophie selbst zurückwirken. Das Spannungsverhältnis zwischen Philosophie und feministischer Theorie wird ebenso zur Sprache kommen, wie die unterschiedlichen Interpretationen über Beauvoirs Einstellung zur Literatur und Philosophie. Es wird gezeigt, wie Beauvoir die philosophischen Konzepte von Existenz, Identität, Freiheit, ethischer Verantwortung u.a. auch literarisch verarbeitet und wiedergibt. Neben ihren philosophischen Essays werden daher auch ihre Romane in Betracht gezogen.

 
   

 
© Dr. Susanne Moser